StartAktuellNachrichtenGegen ein neues Damoklesschwert / Borngräber: „Zwangsabschulungen sind der falsche Weg“

Gegen ein neues Damoklesschwert / Borngräber: „Zwangsabschulungen sind der falsche Weg“

CDU und FDP haben im Landtag beantragt, die „Steuerungsmöglichkeiten im fünften und sechsten Jahrgang weiterzuentwickeln“.

CDU und FDP haben im Landtag beantragt, die „Steuerungsmöglichkeiten im fünften und sechsten Jahrgang weiterzuentwickeln“.

20. August 2010 0 Kommentare

Hannover. „CDU und FDP wollen den freien Elternwillen beschneiden.“ Das teilt Ralf Borngräber aus der Sitzung des Landtags mit. Der auch für den Kreis Verden zuständige SPD-Politiker aus Rotenburg hofft, dass Kultusminister Bernd Althusmann standhaft bleibt. Der hatte sich in der Debatte ablehnend zu dem Ansinnen der beiden Regierungsfraktionen geäußert.

„In dem Antrag heißt es etwas schwammig, die Regierung möge aufzeigen, wie die Steuerungsmöglichkeiten im fünften und sechsten Jahrgang zum Wohle der Schüler weiterentwickelt werden können“, berichtet Borngräber. „Dahinter verbirgt sich der Wille, Sitzenbleiber schon nach Klasse fünf zu einem Schulwechsel zwingen zu können.“ Bisher ist das erst nach Klasse sechs möglich.
 

Insbesondere die FDP macht sich seit November für schnellere Abschulungsmöglichkeiten oder vorherige Aufnahmeprüfungen stark. Dafür gibt es sogar einen Parteitagsbeschluss. Althusmann interpretiert den jetzt vorliegenden Antrag dennoch anders. Er will bessere Fördermöglichkeiten für leistungsschwächere Schüler prüfen und sagte, den freien Elternwillen nicht auszuhebeln zu wollen. Falls Schulwechsel nötig seien, setze er wie bisher auf Beratungsgespräche und die Zustimmung der Erziehungsberechtigten.
 

Borngräber hält es für falsch, den Druck auf Fünftklässler durch das Damoklesschwert Zwangsabschulung noch weiter zu erhöhen. „Die Kinder haben genug damit zu tun, sich auf die neuen großen Schule und auf das Fachlehrersystem einzustellen“, sagt er. Dabei müsse man sie unterstützen und nicht drohen. „Studien belegen, dass Sitzenbleiben den Kindern nicht hilft, sondern nur Zeit und Geld kostet.“
 

Die Diskussion hält der Kultuspolitiker für einen weiteren Beleg dafür, wie wichtig Gesamtschulen als Alternative zum gegliederten Schulsystem sind. „Eltern wollen Schulen, die ihren Kindern den Weg zum Abitur bieten“, sagt er. Die Landesregierung müsse endlich die Hürden dafür senken, solche Einrichtungen auch in ländlichen Gebieten wie den Kreisen Rotenburg und Verden zu gründen.
 


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